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Akupunktur: Können Nadeln wunder bewirken?

Die Akupunktur ist eine bedeutende Säule der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Bei vielen Beschwerden gilt die Therapieform als alternative Heilmethode. Insbesondere bei der Schmerztherapie lassen sich mithilfe der Akupunktur Erfolge erzielen. Zudem wird sie gegen Suchtursachen und -Verhalten oft von Heilpraktikern eingesetzt.

Die Ursprünge der traditionellen chinesischen Medizin reichen rund 2.200 Jahre zurück. Zu dem breiten Spektrum an Behandlungsmethoden gehört ebenso die chinesische Akupunktur. Bei verschiedenen Erkrankungen kommen spezielle Nadeln zum Einsatz, mit denen sich bestimmte Akupunkturpunkte stimulieren lassen.

So funktioniert Akupunktur

Die Akupunktur ist im Rahmen der traditionellen chinesischen Medizin bis heute im Reich der Mitte weit verbreitet. Neben der westlichen Schulmedizin ist sie darüber hinaus in das universitäre Bildungssystem integriert. Sie basiert auf der Grundlage, dass den menschlichen Körper Lebensenergie (Qi) durchfließt. Diese zirkuliert auf bestimmten Leitbahnen, den sogenannten Meridianen. Die Energie hat einen steuernden Einfluss auf alle Körperfunktionen. Der Mensch gilt als gesund, wenn Qi in einem harmonischen Gleichgewicht durch den Körper fließt. Erkrankungen beeinträchtigen jedoch den stetigen Energiefluss.

Jeder Meridian verfügt über neuralgische Punkte, die sich bei der Akupunktur durch gezielte Nadelstiche stimulieren lassen. Das bewirkt die Beseitigung vorhandener Störungen im Energiefluss. In der Akupunktur existieren etwa 400 unterschiedliche Punkte, die auf den Meridianen liegen. Heutige Theorien gehen von zwölf Hauptmeridianen aus, die auf beiden Körperseiten paarig angeordnet sind. Das Modell ergänzen eine Reihe von Extrapunkten sowie acht Sondermeridiane.

Vielfältige Anwendungsgebiete

Die Anwendungsgebiete der Akupunktur sind vielfältig. So kann sie etwa bei schmerzhafter Kniegelenksarthrose genauso zum Einsatz kommen, wie bei chronischen Rückenschmerzen oder zur Prophylaxe von Migräneanfällen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichte 2002 eine Übersicht, auf der alle empfohlenen Behandlungsschwerpunkte verzeichnet sind. Insgesamt umfasst die Indikationsliste 28 Krankheitsbilder, dazu zählen unter anderem:

  • Erkrankungen des Atmungssystems
  • Bronchialasthma
  • Heuschnupfen
  • Erkrankungen im Mundbereich
  • Chronische Magenerkrankungen
  • Neurologische Störungen
  • Verschiedene Augenerkrankungen
  • Schlafstörungen
  • Schwangerschaftsbeschwerden

Akupunktur tut nicht weh

Eine Akupunktursitzung dauert im Allgemeinen 20 bis 30 Minuten. Dabei liegt oder sitzt der Patient in einer für ihn bequemen Haltung. Vor der eigentlichen Behandlung sorgt eine leichte Massage der Akupunkturpunkte für eine bessere Durchblutung des Gewebes. Das Einstechen der sterilen Einwegnadeln ist nicht schmerzhaft, obwohl sie bis in das Unterhautfettgewebe, manchmal auch bis in die Muskulatur eindringen. Während einer Sitzung können bis zu 15 Nadeln geleichzeitig in unterschiedlichen Körperbereichen stecken.

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für einige Akupunkturbehandlungen. Dies gilt insbesondere bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule sowie bei starker Kniegelenksarthrose. Voraussetzung ist eine erforderliche Zusatzqualifikation des behandelnden Arztes. Akupunkturen bei Kopfschmerzen oder andere Indikationen stehen nicht im Leistungskatalog gesetzlicher Krankenversicherungen.

Risiken und Nebenwirkungen

In der Regel treten bei sachgemäßer Ausführung der Akupunktur selten unerwünschte Nebenwirkungen auf. Zu den möglichen Begleiterscheinungen gehören leichte Verletzungen der Blutgefäße, die in Ausnahmefällen jedoch ernst zu nehmende Folgen haben können.

Es gibt verschiedene Patientengruppen, bei denen Ärzte gelegentlich von einer Akupunkturbehandlung abraten. Dazu gehören Menschen, die blutgerinnungshemmende Arzneimittel einnehmen, Personen mit spezifischen Hauterkrankungen, Epileptiker oder Patienten mit bestimmten Nervenkrankheiten. Sofern vor der Behandlung Salben, Cremes oder Make-up auf der Haut aufgetragen wurde, können geringe Mengen durch die Einstichstelle in den Organismus gelangen und unter Umständen zu unerwünschten Reaktionen führen.

Wirksamkeit umstritten

Fazit: Laut Schätzungen gibt es innerhalb der EU rund 96.000 Akupunkteure, davon sind etwa 80.000 Ärzte. Unter den alternativmedizinischen Heilverfahren hat die Akupunktur einen bedeutenden Stellenwert. Bei der These von den Meridianen handelt es sich jedoch eher um ein Fantasiegebilde, welches aus der Zeit stammt, in der nur sehr wenig über die Funktionsweise sowie über die Anatomie des menschlichen Körpers bekannt war. Wissenschaftlich lässt sich die Wirksamkeit der Akupunktur nicht ausreichend belegen. Als Wirkmechanismus wird von Medizinern häufig der Placeboeffekt in Betracht gezogen. Befürworter wie auch Gegner der Akupunktur warnen davor, sie bei schwerwiegenden Erkrankungen wie Schlaganfällen, Krebs oder multiple Sklerose anzuwenden.

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