Silikone im Shampoo sorgen scheinbar für gesund aussehendes, glänzendes Haar mit Schwung, geraten jedoch immer mehr in Verruf. Doch wie ist es tatsächlich mit den Silikonen? Sind sie notwendig oder kann bzw. sollte man darauf verzichten?

Ursprung von Silikonen im Shampoo

Seit den Neunzigerjahren werden Silikone Shampoos und Haarmasken beigefügt. Der Grund dafür ist einfach: Die Neunziger waren die Jahre der Dauerwellen. Diese chemische Keule brachte jedoch nicht nur Locken, sondern auch besonders spröde, trockene und glanzlose Haare mit sich. Das Wundermittel dagegen wurde schnell gefunden. Silikone reparieren die Haare wieder und lassen sie gesund und glänzend aussehen.

Was sind Silikone und was bewirken sie im Haar?

Silikone sind sogenannte Polymere aus Silicium und werden aus Erdöl gewonnen. Durch ihre größere Molekülstruktur haben sie eine versiegelnde und abdichtende Wirkung. Wenn Silikone im Shampoo enthalten sind, legen sie sich oberflächlich über die Haarstruktur und glätten die abstehenden Hornschüppchen. So wirkt das Haar glatter und gesünder. Jedoch wird das Haar durch Silikone nur oberflächlich geglättet.

Wer Shampoo und Conditioner mit Silikonen regelmäßig verwendet, wird bald einen Build-Up-Effekt mit gravierenden Nachteilen erleben:

  • Die Silikone legen sich zwar um die Haare und lassen sie augenscheinlich gesünder aussehen, versiegeln die Haare aber auch.
  • Pflegestoffe kommen nicht mehr an das Innere des Haares und es trocknet von innen aus und wird brüchig.
  • Von außen werden die Haare aber schwer und haben nicht mehr die natürliche Leichtigkeit und Schwungkraft.
  • Die Haarporen verstopfen, die Haut kann nicht mehr atmen. Es kann zu Juckreiz und auch zu Schuppenbildung kommen.

Auf längere Sicht erreicht man also mit Silikonen somit genau das Gegenteil von dem, was man eigentlich bewirken wollte.

Wie vertragen sich die Silikone im Shampoo mit dem Färben der Haare?

Bei dem Haarfärben ist es wie mit den Pflegestoffen. Durch die Silikone kommt nichts mehr an das Haar heran bzw. gleitet es einfach ab. Das Haar kann die Farbpigmente nicht aufnehmen. Die Folge ist, dass das Haar die Farbe nicht so gut annimmt und das Ergebnis nicht wie gewünscht ausfällt. Um jetzt wieder ein besseres Ergebnis zu bekommen, benötigt man mehr Chemie und schadet somit dem Haar umso mehr.

Sollte man lieber zu Shampoos ohne Silikone greifen?

Silikone geraten bei der Haarwäsche natürlich in dem Abfluss und somit in den Wasserkreislauf. Wer demnach auf silikonfreies Shampoo ausweicht, tut nicht nur etwas Gutes für sich und seine Haare, sondern auch für die Umwelt.

Welche Alternativen gibt es zu Shampoos mit Silikonen?

Wieder auf dem Markt zu finden sind sogenannte Haarseifen. Diese wurden schon zu Großmutters Zeiten benutzt. Sie sind sehr ergiebig und man erspart der Umwelt viel Plastikmüll. Der Nachteil ist, dass das Ausspülen recht schwer ist. Es dauert bis man mit Wasser oder saurer Rinse alle möglichen Seifenreste aus dem Haar entfernt hat.

Shampoos ohne Silikone

Doch wer nicht auf sein Shampoo verzichten möchte, kann auf Haarpflege ohne Silikone zurückgreifen. Der Trend auf Silikone zu verzichten, hat sich nicht nur bei den Konsumenten verbreitet, sondern ist bereits bei einigen Herstellern angekommen. ikoo macht dies zu seiner Freelosophy und verzichtet beim Shampoo und Conditioner bewusst auf Silikone und Paraphene. Die ikoo Produkte sind so konzipiert, dass sie weder Mensch noch Tier schaden.

Woran kann man Silikone im Shampoo erkennen?

Silikone sind nicht immer als solche in den Inhaltsstoffen der Haarpflegeprodukte gekennzeichnet. Sie werden mit ihrem chemischen Namen in den Inhaltsangaben ausgewiesen. Umso weiter vorne ein Inhaltsstoff auf dem Etikett steht, umso mehr ist davon im Produkt enthalten. Besonders Acht geben sollte man auf Bestandteile mit den Wortendungen -oxane, -cone, -conol und -glycol. Wobei es sich bei letzterem nicht unbedingt um eine Silikonverbindung handeln muss. Aber auch bei den Bezeichnungen Guar Hydroxypropyltrimonium chloride, Hydroxypropyl und Trideceth-12 handelt es sich um Silikone, obwohl sie eine andere Wortendung haben.
Aber auch Silikone sind nicht gleich Silikone. Es gibt wasserlösliche Silikone wie Cyclomethicone, Polysiloxane, Lauryl Methicone Copolyol oder Cyclopentasiloxane. Die wasserunlöslichen Silikone wie Trimethylsilylamodimethicone, Cetearyl Methicone, Dimethiconol oder Dimethicone stellen die problematischeren Silikone dar, da sich diese eben nicht einfach wieder auswaschen lassen. Wer nicht ganz auf Silikone verzichten möchte, sollte zumindest darauf achten, dass das Shampoo nur wasserlösliche Silikone enthält.

Parabene

Ein weiterer Stoff, den man in Pflegeprodukten meiden sollte sind Parabene. Sie sind nicht nur in der Haarpflege verbreitet, sondern auch in vielen Kosmetikprodukten enthalten. Sie werden zur Konservierung von Produkten eingesetzt. Doch Parabene haben eine ähnliche Struktur wie das weibliche Sexualhormon Östrogen. Es steht daher im Verdacht den Hormonhaushalt von männlichen Föten und Kindern zu stören und den Hormonhaushalt im Allgemeinen ins Ungleichgewicht zu bringen.
Ein Verzicht auf Parabene ist daher wirklich empfehlenswert.

Nicht zu häufig Haare waschen

Es bleibt dem eigenen Geschmack überlassen, ob man ganz natürlich auf eine Haarseife mit anschließender sauerer Rinse zurückgreift oder aber auf ein natürliches Shampoo ohne Silikone, Parabene und Sulfate. Nach dem Einseifen sollte alles mit lauwarmen Wasser gut ausgewaschen werden. Weniger ist dabei oft mehr. Dieser Grundsatz gilt sowohl für die Menge des Shampoos als auch für die Häufigkeit des Haarewaschens. Es reicht vollkommen, wenn man seine Haare maximal alle zwei Tage wäscht. Bei einer trockenen Kopfhaut sollte man sie sogar nur ein- bis zweimal die Woche waschen.
Für längere Haare sollte man unbedingt auch einen Conditioner verwenden. Dieser glättet die Hornhaut des Haares nach dem Shampoonieren und sorgt so für glänzende Haare.

Wie lange dauert es, bis das Silikon aus den Haaren entfernt ist?

Die gute Nachricht ist, wer zukünftig auf Shampoo ohne Silikone greift, kann sein Haar wieder regenerieren. Es dauert jedoch einige Wochen oder gar Monate, bis die Silikonschicht herunter gewaschen ist. Sind die Silikone endlich abgewaschen, kommen die trockenen Haare zum Vorschein, die auch etwas stumpf wirken. Sie benötigen besondere Pflege und Feuchtigkeit. Doch das Durchhaltevermögen wird belohnt: Nach einiger Zeit glänzen die Haare wieder von selbst. Sie sind natürlich schön und wirken nicht nur oberflächlich gesund, sondern sind aus ihrer Struktur heraus geschmeidig und strahlend.

Fazit

Silikone sorgen zwar für einen glänzenden Look und gesund wirkendes Haar, trocknen es jedoch indirekt aus und schaden ihnen so längerfristig. Man sollte daher auf Silikone im Shampoo verzichten. Der Prozess des Abgewöhnens ist etwas langwierig, da sich die Silikone nicht so schnell auswaschen. Es lohnt sich jedoch durchzuhalten, denn am Ende erhält man langfristig glänzende Haare und schont nebenbei auch noch die Umwelt.

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